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Heimat bist Du großer Köpfe
Österreich hat Grund zu feiern und stolz zu sein. Dieses Land hat Menschen hervorgebracht, die in Wissenschaft, Kunst und Kultur, in Politik, Wirtschaft und Soziales Großes vollbracht haben: Die großen Köpfe des goldenen Wien, das vor über 100 Jahren den Status einer intellektuellen Welthauptstadt einnahm, die wissenschaftlichen und künstlerischen Schulen, die während der Nazi-Zeit meist zerstört wurden, die Pioniere, die den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg schafften bis hin zur Vielfalt der heute in Österreich und im Ausland lebenden Intellektuellen.
Wissen und Widerstand
Wissen ist eine „mächtige“ Ressource: Wissen ermöglicht eigenständiges Denken, Entscheiden und Handeln. Wissen schafft Freiheit im Geist und ermöglicht das Einnehmen von nicht vorgefertigten Positionen. Wissen bedeutet Widerstand gegen repressive, totalitäre Systeme, gegen Manipulation der Massen und steuernden Populismus.
Wissende waren daher immer Ziel von Vernichtung und Vertreibung mit ihrem Höhepunkt im Nationalsozialismus. Die österreichische Geschichte der großen Köpfe ist in erheblichem Ausmaß eine Geschichte der Vernichteten, Vertriebenen und Ausgewanderten.
Das Fremde Wissen Gleichzeitig ist die Geschichte des Wissens auch eine Geschichte der Einwanderung. Immigranten haben in der österreichischen Geschichte signifikante Impulse gebracht – sei es die Einwanderung aus habsburgischen Ländern während der Monarchie oder die aktuelle Einwanderung aus dem Balkan und der Welt. Heute lebt in Österreich mehr als eine Million Menschen mit Immigrationshintergrund. Die Wertschätzung dieses Wissens scheitert oft am Charakter des Fremden.
Das Wissen und das Fremde erfordern eine Auseinandersetzung, eine Bereitschaft, zuzuhören, mitzufühlen und umzudenken. Gelingt diese Form der Wertschätzung, finden wir in Österreich - und in der Welt, die mit dem Land verbunden ist - einen geistigen, kulturellen und sozialen Reichtum vor, der uns ermutigen kann.
Wissensgesellschaft - Gewissensgesellschaft
Heute sprechen alle von Wissensgesellschaft. Wie weit aber geht die Wertschätzung des Wissens über dessen ökonomische Verwertung hinaus? Wir brauchen ein neues Leitbild einer Wissensgesellschaft, das die Freiheit und Würde des Menschen über dessen unmittelbare Verwertbarkeit stellt, um nicht wiederum große Köpfe zu verlieren und zu vertreiben. Österreich hat gute Chancen, nicht nur als Kulturland, sondern auch als Land des Wissens internationale Anerkennung zu finden, wenn es eine Kultur des Wissens entwickelt, die den Namen verdient.
1000 aus- und eingewanderte Persönlichkeiten Jede Person ist einzigartig. Die persönlichen Profile von 1000 ein- und ausgewanderten Persönlichkeiten werden auf 175 Knowledge Trees vom 30. April bis 30. Mai in der Wiener Innenstadt präsentiert - in der Schottengasse, der Freyung, am Hof, am Minoritenplatz, am Michaelerplatz, in der Wollzeile und am Karl Lueger-Platz. Die Portraits sind vorläufig nur auf diesen Knowledge Trees nachzulesen. Wir laden zu Lektüre vorort ein. Nach Abschluss des Fests der 1000 werden die Kurzportraits auch im Internet zur Verfügung stehen. |