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Das Fest der 1000 am 21. Mai 2008
Das Fest der 1000 – inspiriert durch Gustav Mahlers „Symphonie der 1000“– begann Anfang Mai mit der Aufstellung von 175 Knowledge Trees, auf denen 1000 aus- und eingewanderte Persönlichkeiten portraitiert wurden. Die Darstellung der zahlreichen persönlichen Schicksale sollte dazu anregen, über einen verantwortungsbewussten Umgang mit Wissen in der Gesellschaft nachzudenken - vor allem vor dem Hintergrund der kulturellen Vielfalt. Am 21. Mai 2008 - dem UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt - fand der eigentliche Festakt in der Wiener Innenstadt statt.
Eröffnung durch Bundesminister Johannes Hahn Das Fest der 1000 startete am Wiener Minoritenplatz, einem Platz umgeben von Ministerien, die sich allesamt am Fest der 1000 beteiligt haben. Ein Platz der Ruhe, der Stille, der Raum hat, ohne sich zu verlieren.
Bundesminister Dr. Johannes Hahn eröffnete das Fest und würdigte die Initiative des Fests der 1000 mit dem Ziel, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Wissen in der Gesellschaft beizutragen und aus- und eingewanderte Intellektuelle zu portraitieren - verbunden mit dem Wunsch, dass das Fest der 1000 auch in den nächsten Jahren fortgesetzt wird.
Würdigung durch UNESCO-Kommission Der Präsident der österreichischen UNESCO-Kommission, Dr. Johann Marte, erläuterte die Motive für den UNESCO-Welttag und die Bedeutung der kulturellen Vielfalt für das friedliche Zusammenleben – vor allem in Hinblick auf die Wissensgesellschaft. Die UNESCO-Kommission hat die Schirmherrschaft für das Fest der 1000 übernommen.
Säule des Wissens enthüllt
Sodann wurde die „Säule des Wissens“ von Prof. Helmut Margreiter durch die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel, feierlich enthüllt.
Das 3,5 Meter hohe Kunstwerk symbolisiert die Dualität des Wissens und den Dialog des tradierten Wissens – repräsentiert durch die perfekte, geschliffene, geschlossene und reflektierende Stahlsäule – und des innovativen Wissens – repräsentiert durch die kantige, brüchige, hinausweisende und offene Bronzesäule.
"Wissen - Prozess der Suche und niemals gewiss" „Wissen ist niemals gewiss, immer ein Prozess der Suche, der offen bleibt für Zweifel. Gerade deshalb ist der Zusammenfluss von Kulturen so wichtig, denn Wissen entsteht im Zwischenraum zwischen Eigenem und Fremdem, zwischen Bekanntem und Unbekanntem, zwischen Ordnung und Chaos. Es entsteht aus der ständigen Bereitschaft, Neues aufzunehmen und keine dogmatische Schließung gelten zu lassen.“ (Ursula Schneider)
Skulptur: "Meisterwerk" Die feurige Laudatio von Dr. Kurt Scholz beschrieb die Skulptur als Meisterwerk, das in der Archaik der reinen Formen (Kreis und Dreieck) auch an Michelangelos „Erschaffung des Adam“ erinnert, in dem sich in der Darstellung des Gottvater ein Dreieck findet, das für das Schöpferische steht und in der Darstellung des Adam einen Kreis bildet, der dem Statischen, Schlummernden entspricht. Auch in Michelangelos Werk berühren sich die Dargestellten gerade nicht.
Unter den ca. 200 Anwesenden fanden sich einige der „1000“, wie u.a. der österreichische Architekt Prof. Wilhelm Holzbauer.
Der große ausgewanderte Filmmusiker Erich Wolfgang Korngold (1897 Brünn – 1957 Los Angeles) wurde repräsentiert durch das Blechbläserquintett „Blechsinn“, einem studentischen Ensemble an der Musikuniversität Wien. Zur Eröffnung wurde Korngolds Prolog aus dem Film Robin Hood, in einer Bearbeitung von Prof. Leonhard Paul, gespielt.

(vlnr: Dr. Kurt Scholz, Prof. Helmut Margreiter, Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, Bundesminister Dr. Johannes Hahn, Initiator des Fests der 1000 Dr. Andreas Brandner, Präsident der österr. UNESCO-Kommission Dr. Johann Marte.)
LESUNGEN
Der Pfad der 1000 führte weiter zur ersten Lesung im Café Central. Die Lesungen wurden ermöglicht und organisiert durch das "Zentrum exil". Gegründet von Christa Stippinger, hilft es, ein- und ausgewanderten Schriftstellern, Bekanntheit zu gewinnen. Gleichermaßen ist es Ziel, die Befruchtung der Sprache durch Exilliteratur zu würdigen und Exilliteratur inhaltlich aufzuwerten.
 
Im Rahmen der ersten Lesung wurden Texte von Sohn Young und Grzegorz Kielawski gelesen. Die Schauspielerin Theresa Herberstein las Werke aus „Leimkind“ von Sohn Young, das 2007 in der edition exil erschien. Grzegorz Kielawski las Texte aus „Passwort“. Die 2. Lesung fand in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt. Die in St. Petersburg geborene Schriftstellerin Julya Rabinowich die 2003 den Exil-Literaturpreis „schreiben zwischen den Kulturen“ erhielt, las aus „spaltkopf“.
Abendveranstaltung AGENDA WISSEN Alte Aula der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Schließlich begann um 19:30 als weiterer Höhepunkt des Fests der 1000 in der Alten Aula der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, im ältesten Theatersaals Wiens, dem Saal des ehemaligen Jesuitentheaters, das 1654 fertig gestellt und im 18. Jahrhundert mit einem prachtvollen Deckenfresko von Anton Herzog ausgestattet wurde - die Abendveranstaltung „Agenda Wissen“.


Nach der Begrüßung durch Dr. Brandner, Knowledge Management Austria, wurde die Abendveranstaltung durch den Hausherrn, den Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Herrn Prof. Dr. Peter Schuster feierlich eröffnet.
Das Tonikum-Quintett spielte Werke von Alexander Zemlinsky, Ivan Eröd und György Ligeti, die auch unter den 1000 Aus- und Eingewanderten portraitiert wurden.
Hochkarätig besetztes Podiumsgespräch Als Höhepunkt der Abendveranstaltung „Agenda Wissen“ moderierte Prof. Dr. Christian Fleck, Universität Graz ein hochkarätig besetztes Podiumsgespräch zum Thema "Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wissen in der Gesellschaft" mit folgenden TeilnehmerInnen (vlnr):
- Prof. Dr. Josef Penninger, ÖAW - Julya Rabinowich, Schriftstellerin - Dr. Antonella Mei-Pochtler, The Boston Consulting Group (BCG), - Prof. Dr. Kurt Rothschild, WIFO.

Buchpräsentation "Agenda Wissen" Im Anschluss an die Podiumsdiskussion fand eine Buchpräsentation statt. Die Publikation "Agenda Wissen" beinhaltet 22 Positionen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Wissen in der Gesellschaft.
Im Rahmen der Vorbereitungen für das Fests der 1000 haben ausgewählte Proponenten, Fördergeber und weitere Persönlichkeiten ihre Vorstellungen einer verantwortungsbewussten Wissenspolitik formuliert. In der Projektpublikation "Agenda Wissen" werden diese Positionen gemeinsam präsentiert, ergänzt durch die Erkenntnisse aus den Recherchen der 1000 Persönlichkeiten sowie einen Überblick über die österreichische Geschichte der Migration und Zirkulation von 1900 bis in die Gegenwart.
Die Publikation Agenda Wissen kann direkt bei Knowledge Management Austria oder im österreichischen Buchhandel um 15 Euro bestellt werden. |